Die Sucht nach dem freien Fall.

Schon wieder ein neues Highscore-Spiel im App Store. Zumindest war das mein erster Gedanke, als ich „Downwell“ im Store entdeckte. Kann ja nicht schaden, das mal auszuprobieren. Bezahlt, geladen – Auf gehts! Ich mag ja diese Spiele in denen es einfach nur darum geht immer weiter zu kommen. Wo es nicht nur darum geht 50-100 Level zu überstehen und somit das Spiel zu beenden. Downwell ist eines dieser Spiele. Beim ersten Start des Spiels wird man ein paar Jahre in die Vergangenheit der Spielegrafik geschleudert. Verpixelte Grafiken und monotone Chiptune Sounds dominieren das audiovisuelle Erlebnis dieses Spiels. Das kann funktionieren, oder aber auch nicht. In diesem Fall hat der Entwickler aber alles richtig gemacht.

Es geht direkt ohne großartige Erklärungen los. Das kleine Männchen wird durch Fingertipps in einen Brunnen befördert. Ab hier geht es nur noch abwärts – im wahrsten Sinne des Wortes. Ziel des Spiels ist es den Brunnen im freien Fall so weit wie möglich zu bereisen. Zur Steuerung braucht man kein Studium, sondern einfach seine beiden Daumen. Mit dem einen gehts nach links und rechts, mit dem anderen wird gefeuert was das Zeug hält. Besser gesagt, was die momentane Waffe hergibt. Auf dem Weg nach unten kommen einem auch einige Monster entgegen. Diese lassen sich entweder mit der Waffe besiegen, manche kriegt man auch mit einem Mario-mäßigen Sprung auf die Rübe klein. Die bei denen dies nicht funktioniert, haben entweder Stachel oder brennen lichterloh. Somit fügen wir lediglich uns selber Schmerzen zu wenn wir sie bespringen. Und das kann ziemlich schnell zum schnellen Ende der Runde führen. Anfangs kämpfen wir uns ja auch nur mit 4 Lebenspunkten durch den Brunnen. Bei unvorsichtigem Fallen kommt man so halt auch nicht weit. Doch der kleine namenlose Held wäre ja kein Held, wenn er nicht noch ein paar Gimmicks in der Tasche hätte. Jede Runde beginnt mit der Auswahl eines Stils. Mit der Zeit werden weitere Stilarten freigeschaltet (insgesamt fünf) die ihre Vor- und Nachteile mit sich bringen. Mal startet man mit mehr Lebenspunkten, hat aber weniger Upgrade-Optionen (dazu gleich mehr). Oder man hat eben keine Upgrademöglichkeiten, dafür kriegt man aber ordentliche Rabatte im Laden (dazu gleich auch noch was). Die verschiedenen Stile beeinflussen den Spielverlauf deutlich und sorgen für eine gewisse Taktik, die man mit der Zeit entwickelt.IMG_5381

„Baby, are you down, down, down, down, down…“

Nachdem dies erledigt ist, fällt der kleine Kerl auch schon munter Richtung (scheinbar endlosem) Abgrund. Als Startwaffe steht eine Art Maschinengewehr mit 8 Schüssen zur Verfügung. Die Schüsse dienen, wie oben beschrieben, als Antwort auf die Monsterangriffe aber auch als Fallbremser. Durch Abfeuern der Waffe wird der Fall gebremst (Die Waffe befindet sich nämlich in den Stiefeln) und man hat somit etwas mehr Zeit zum navigieren. Ist das Magazin leer, wird dieses entweder mit der Zeit oder durch das Landen auf festem Boden wieder aufgeladen. Das artet anfangs noch in ein ziemliches Chaos aus, mit der Zeit hat man den Dreh aber raus. Überlebt man ein paar Meter und Monster, erreicht man eine der zahlreichen Höhlen. In diesen Höhlen befinden sich entweder ein paar Klunker (die Währung des Brunnens), eine andere Waffe oder ein Laden. Zu den Waffen gehören z.B. ein besseres Maschinengewehr, eine Laserkanone oder eine Art Schrotflinte. Im Laden lassen sich gegebenenfalls verlorene Lebenspunkte gegen Diamanten wieder aufladen. Der Wechsel der Waffen erweitert das Taktikdenken nach der Stilauswahl und hilft dem weiteren Spielverlauf ebenfalls. Hat man einen (von insgesamt drei) Bereich beendet bietet das Spiel verschiedene Upgrades an, bevor man den nächsten Abschnitt betritt. Die Upgrades wechseln ständig und stellen dem Helden z.B. eine Drohne zur Seite. Hier heißt es probieren geht über studieren, denn man muss selber testen welches Upgrade wirklich das beste für einen ist. Zumal man jedes Upgrade bis zum Ende der aktuellen Runde behält und sich somit von Abschnitt zu Abschnitt mehr Vorteile verschaffen kann.

Nach einigen Runden der Eingewöhnung, klappt der freie Fall immer besser und der Suchteffekt stellt sich so langsam ein. Der Drang immer weiter zu kommen ist größer, als die Frustmomente die mir das Spiel am Anfang bereitete. Durch das Sammeln der Diamanten schaltet man ausserdem entweder die Stile oder verschiedene Farbpaletten frei. Die Farbpaletten sind hier jedoch nur optische Gimmicks, aber trotzdem nett anzusehen. Diese Feinheiten sorgen dafür, dass ich mein iPhone schwer aus der Hand geben kann. Momentan kostet das Spiel wieder 2,99€, davon ist aber jeder Cent gut investiert. Für Fans von Retro- und Highscorespielen auf jedenfall ein absoluter Pflichtkauf!

 

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