Kostenlos, aber irgendwie doch nicht.

Es ist ja immer schön wenn man etwas kostenlos bekommt. Ob Geschenk, Gutschein oder halt eine kostenlose App. Dem AppStore mangelt es zumindest nicht an solchen Apps und Games. Einige davon dienen nur einem Promozweck, andere werden durch Werbeeinblendungen finanziert und/oder versuchen mit In-App Käufen den finanziellen Erfolg zu erzielen. Mit diesen Käufen erhält der Spieler dann Diamanten, Münzen oder andere Arten der spieleigenen Währung erwerben. Damit lassen sich z.B. Wartezeiten überbrücken oder neue Bereiche eines Spiels freischalten. Viele Spiele machen von diesem Prinzip gebrauch und haben Erfolg dabei. Manchen hat dieses Konzept vielleicht genug Gewinn gebracht, um die Entwicklungskosten zu decken. Es gibt aber auch so manche Spiele die teilweise unglaublich hohe Gewinne gemacht haben und noch machen werden. Das beliebteste Beispiel hierfür ist „Clash of Clans“. Seit 2012 gibt es das Spiel bereits und führt seitdem quasi ständig die umsatzstärksten Apps in den Charts an. Für eine kostenlose App ist dieser Erfolg beeindruckend, aber sie brachte auch einige Negativbeispiele hervor. Denn viele Apps nutzen diese Art der Finanzierung schamlos aus und „zwingen“ den Nutzer quasi zum Kauf von diesen Zusatzleistungen.

Manche dieser unfairen In-App Angebote findet man meistens in Aufbauspielen. Wie der Name schon sagt, geht es um den Aufbau von einer Stadt oder ähnlichem. Klar, auch im echten Leben dauert ein Bau etwas länger. Aber in der virtuellen Welt sollte sowas doch schnell gemacht sein – denkt man vielleicht. Selbst die kleinen digitalen Bauarbeiter haben es manchmal schwer und kommen nicht so schnell voran, wie der Bauherr es gerne hätte. Da kann der ganze Spaß auch gerne mal 8-12 Stunden dauern. Für ein Spiel eigentlich sehr ungewöhnlich. Wartezeit? Man will doch jetzt spielen und nicht erst morgen! Aus diesem Grund lassen sich die meisten Bauarbeiter gegen gewisse Güter bestechen – vorausgesetzt man ist im Besitz solcher. Meist bekommt man großzügig ein paar davon geschenkt, diese sind aber ziemlich schnell verbraucht. Also kann man in den spieleigenen Store wechseln und sich einfach neue besorgen. Und hier wird dann echtes Geld fällig. Spätestens jetzt könnte man sich einfach sagen, dass man eben warten muss und später weiterspielt. Aber unter den vielen Nutzern finden sich auch genug ungeduldige und zahlungswillige Menschen, die gut und gerne 5€ für ein Beutel Münzen auf den imaginären Tisch legen. Nur um ein einziges virtuelles Bauprojekt zu Ende zu bringen. Nur um ein paar Spielzüge weiter, wieder vor einem viel zu großem Bauprojekt zu stehen. Natürlich steigt die Wartezeit von Bau zu Bau immer weiter an. Und wieder wird man netterweise auf die Baubeschleunigung hingewiesen und in den Store gebeten. So kann das die ganze Zeit weitergehen, während das Konto immer weiter belastet wird.

Das hört sich zwar sehr negativ an – ist am Ende aber dann doch ein völlig normales Geschäftsmodell. Für den Entwickler ist diese Art natürlich nur von Vorteil! Ist das Spiel interessant, erreicht man viele User. Immerhin zahlen die meisten dann doch nicht so gerne für ein Spiel. Und die User denen es nichts ausmacht, auch mal ein paar Euro für ein Spiel auszugeben, die dürfen dann ihr Geld im In-Game Store lassen. Bedenken macht mir aber dennoch die Tatsache, dass Leute echt Geld ausgeben nur um Wartezeit zu überbrücken. Sind wir alle so ungeduldig, dass wir für sowas Geld ausgeben? Vor allem wenn man doch schon weiß, dass ein paar Minuten später wieder gewartet werden muss? Warum nutzt man nicht einfach die verordnete Wartezeit und legt das Smartphone einfach zur Seite? Immerhin kann man so (fast) kontrollierte Pausen einlegen und spart sich Akku und eckige Augen (danke Mama!).

„Wer geduldig ist, der ist weise; wer aber ungeduldig ist, offenbart seine Torheit.“ – Sprüche Salomons 14,29

Wie gesagt, das Geschäftsmodell mit den In-App-Käufen ist nicht schlecht. Aber bitte fair! Gefällt mir ein Spiel, dann zahle ich gerne ein paar Euro für neue Levels. Möchte ich mir eventuell ein paar Luxusartikel kaufen (die kein MUSS sind), dann kann ich auch dafür zahlen. Aber wird man zum Warten verdonnert – dann wartet man doch einfach!

 

Ein Gedanke zu “Kostenlos, aber irgendwie doch nicht.

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