Ist sicher, dass sicher wirklich sicher ist?

Sicherheit ist für uns alle wichtig. Wir alle wünschen uns Sicherheit für unser Leben, Arbeit, Beziehungen und auch für unsere Privatsphäre. Früher war das größte Sicherheitsrisiko vielleicht, wenn jemand hinter uns am Bankautomaten stand. Die Hand versteckte stets die eingegeben Zahlen. Heutzutage geht das weitaus einfacher für Datendiebe. Phishing-Mails, Attacken auf Bankserver oder das Einhacken in ein privates Netzwerk. Man ist quasi nie sicher vor den Cyberdieben. Aber man kann sich schützen, was viele auch mithilfe von Anti-Viren Software auch tuen. Genauso achten wir alle immer mehr auf verdächtige Mails oder Internetseiten. Wir sind geschützt, soweit so gut! Solche Probleme haben Apple User meistens gar nicht. Die Apfelgeräte haben einen guten Ruf was den Schutz angeht! Mac(books) sind nicht virenanfällig, so sagt man. Und bisher kann ich das auch nur bestätigen! Das gleiche gilt für iPhones. Durch die sehr strengen Kontrollen im Appstore, schaffen es trügerische Apps die für Viren sorgen, meist gar nicht in den Appstore. Auch Apple selbst setzt sich sehr für den Schutz der User ein. Nicht nur was Apps angeht. Tim Cook betont immer wieder bewusst, dass man hohen Wert auf die verschlüsselte Kommunikation setzt und die Daten der User immer geschützt seien müssen. Und das soll auch so bleiben, jedoch bekommt Apple ordentlich Druck von oberster Stelle.

In letzter Zeit kommen immer wieder Meldungen an den Tag, in denen der Staat höchstpersönlich um den Schlüssel zu Apples Sicherung bittet – Zur Terrorprävention. Viele der Anschläge werden über moderne Kommunikationsmittel geplant. Solange keine verschlüsselte Übertragung besteht, kann der Staat theoretisch leicht an die verdächtigen Nachrichten kommen. Die jeweiligen Unternehmen müssen, vom Gesetz vorgeschrieben, diese auch herausgeben. So sollen geplante Anschläge verhindert und Täter gefunden werden. Meist funktioniert dies auch ohne Probleme, da allein schon der größte Messenger „WhatsApp“ bisher über keine sichere Verschlüsselung verfügt, und somit die Nachrichten bei Bedarf einfach an den Staat gegeben werden können. Wer wirklich auf Nummer sicher gehen will, kann auf den Apple-eigenen Dienst iMessage setzen. Die Nachrichten werden verschlüsselt versendet und werden erst vom Gerät des anderen Nutzers wieder entschlüsselt. Apple selbst hat keinen Zugriff auf diese Nachrichten. Diese Technik wird auch oft als „Killerfeature“ von Apple angesehen und bekommt regelmäßig Lob von Datenschützern. Durch die Vernetzung zwischen den Apple Geräten (iMessage funktioniert auf Macs, iPhones und iPads gleich) und die weite Verbreitung, ist der Dienst immer beliebter geworden und wird oft genutzt. So auch höchstwahrscheinlich von Terroristen. Nun gerät Apple immer mehr unter Druck, eine Hintertür in ihr sicheres System einzubauen um auch im Notfall an diese Nachrichten zu kommen. Bisher war es so, dass Apple nur auf Nachrichten aus den iCloud Backups Zugriff hat. Man kann natürlich davon ausgehen, dass Terroristen sowas wissen und somit einfach keine Backups erstellen. Das erschwert dementsprechend die Jagd auf diese Menschen, und Apple macht sich nicht nur Freunde mit ihrer Einstellung.

Vor kurzem gab es ein Treffen zwischen Regierungsvertretern, Geheimdiensten und verschiedenen Technik-Konzernen im Weißen Haus. Ziel war es, gemeinsam einen Plan zu schmieden, um Terroristen auch auf dem digitalen Weg zu bekämpfen. Besonders kritisch zeigte sich Apple bei diesem Treffen. Wie oben beschrieben, möchte man keinen Zugriff durch eine bewusste Sicherheitslücke gewähren. Die Sicherheit der privaten Daten steht bei Apple an erster Stelle und durch so eine Lücke ist diese eben gefährdet. So sehr die Geheimdienste auch helfen wollen, so sehr gibt es genug Cyberterroristen die es dadurch nur noch leichter haben! Man müsse eine Balance zwischen Freiheit und Sicherheit finden, so die Aussage von Gerneralstaatsanwältin Loretta Lynch, die ebenfalls nicht begeistert ist von Apples Standpunkt. Diese „Balance“ deutet aber von Regierungsseite eher darauf hin, alle System so zu öffnen um den Geheimdiensten Zugriff zu gewähren. Ob sich Apple weiterhin auf diesem Kurs halten kann, bleibt abzuwarten. Auf einer Seite wäre der Zugriff durch Geheimdienste eine große Hilfe gegen den Terrorismus, jedoch bringt das auch Nachteile. Wenn völlig normale Menschen, aus welchen Gründen auch immer, bestimmte „Stichworte“ in ihren Chats benutzen und somit das Interesse der Geheimdienste geweckt haben, ist die Privatsphäre in einem Chat nicht mehr gewährleistet. Wann, wie lange und vor allem wie viel die Geheimdienste dann wirklich mitlesen, das steht in den Sternen. Ob das wirklich Sinn der Sache ist? Terrorbekämpfung vs. totale Überwachung? Apple sagt (bisher) nein! Hoffentlich bleibt das auch so.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s