Keine Äpfel für die „Armen“?

Lang ist’s her…lange Zeit ist vergangen seit meinem letzten Eintrag. Und einiges ist passiert in letzter Zeit. Ja, Apple hat ein paar neue Geräte vorgestellt und damit wieder die Elektronik-Welt auf den Kopf gestellt. Ob positiv oder negativ, sei mal dahingestellt. Aber polarisieren tut der Apfel mal wieder enorm. Eine neue Watch „die keiner braucht“, ein neues iPhone „dass schlechter als andere Geräte ist“ und zu am Ende noch ein Macbook, dass einfach nur teuer ist. Die teuerste Kombination kostet da locker mal 3.199 €. Man hat dann zwar ein 15″ Pro mit gutem Prozessor, 512 GB Speicherplatz und neuer Touchbar. Aber da stellt sich schon die erste Frage: Zahle ich 1500 € nur für eine Touchbar, die ich noch gar nicht richtig verwenden kann? Kommen überhaupt genug Apps die diese nutzen und brauche ich so etwas überhaupt?

Tatsächlich ist diese Frage bei jedem Kauf allgegenwärtig. In meinem Fall auch bei anderen Dingen, nicht nur bei der Wahl des Smartphones. Muss ich wirklich die neueste Spielekonsole haben? Brauche ich echt einen größeren Fernseher? Gönne ich mir nun das teuerste Steak im Restaurant? Fragen die man leider im Kaufrausch gar nicht rational beantworten kann. So tätigen wir nun mal den Großteil unserer Käufe. Wir sehen etwas, wollen es haben und kaufen es im Optimalfall. Das Glücksgefühl danach kennt glaube ich jeder von uns. Ich erinnere mich zu gerne an den Moment, als ich mein Macbook gekauft und ausgepackt habe. Es ist „nur“ ein Laptop, aber das Auspacken bei Apple ist ja so eine Sache für sich. Und auch bei der Vorstellung des neuesten Macbooks stellte sich dieses Gefühl bei mir ein. Ich möchte es kaufen, besitzen und endlich in meinen Händen halten. Das Gerät sieht einfach sexy aus! Es gibt keine USB- sondern lediglich Thunderbolt-Anschlüsse. Ich habe noch nicht mal ein Zubehörteil mit diesem Anschluss! Diese Touchbar ist auch jetzt kein absolutes Kaufargument. Trotzdem möchte ich mit meinen Finger darüber gleiten und irgendwas damit machen. Alles super, alles gut. Bis ich den Preis gesehen habe! Da muss Apple sich ja echt an PRO-Verdiener orientiert haben. Utopischer Preis, für Technik die andere viel günstiger verkaufen (Touchbar ausgenommen). Mittlerweile gibt es ja Surface’s ohne Ende, mit einem ganzen Bildschirm den man „touchen“ kann. Und auch was den Speicherplatz angeht, bekommt man bei der Konkurrenz bestimmt mehr für dieses Geld. Ja sogar ein richtig guter Gamer-PC ist für dieses Geld drin. Aber auch hier setzt Apple wohl wieder auf die allgemeine Suchtwirkung bei ihren Produkten. Und auch dieses Mal werden sie bestimmt wieder einen Erfolg landen!

Doch die Überschrift dieses Artikels beinhaltet einfach auch ein Stückchen bittere Realität. Das neue Macbook Pro ist einfach kein Gerät für die Wenigverdiener. Selbst etwas wohl betuchtere Apfelfans werden sich bei dem Preis zwei mal überlegen, ob eine Finanzierung nicht doch der bessere Weg ist. Was ja im ersten Moment gar nicht so verwerflich ist. Allerdings stellt man sich die Frage, wohin das alles führen soll? Werden jetzt alle Geräte nur noch erschwinglich wenn man sich in eine 0%-Finanzierung über 24 Monate stürzt? Klar, beim Handyvertrag „finanziert“ man ja das Gerät ebenfalls quasi über 24 Monate. Allerdings sprechen wir hier von 3199 €! Soviel geben viele noch nicht einmal für einen Wagen aus. Ich denke mit diesem Macbook hat Apple ein Gerät vorgestellt, für Menschen die investieren um zu verdienen. Nutzt man das Gerät beruflich, hat man auch locker den Kaufpreis irgendwann mal wieder drin. Hoffentlich gilt das bald nur nicht auch noch für die Smartphones. Sonst bildet sich demnächst eine neue „reiche“ Käuferschicht, die neue Pro-Elite. Die anderen dürfen derweil mit ihren Uralt-Macbooks weiterarbeiten. OHNE Touchbar. Die anderen sind nicht „pro“ genug dafür.

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